“Housing First”: Projekte gegen Wohnungslosigkeit geplant

Für das geplante “Housing First”-Konzept gegen Wohnungslosigkeit will der rheinland-pfälzische Sozialminister Alexander Schweitzer bis zum Frühsommer vier Modell-Projekte auf den Weg bringen. “Wer kein Dach über dem Kopf hat, bekommt damit die Chance auf eine eigene Wohnung”, sagte der SPD-Politiker in Mainz über den Ansatz. Für jedes Projekt könnten Personal- und Sachausgaben in Höhe von bis zu 76.000 Euro jährlich beantragt werden. Ab 2024 sollen drei weitere Projekte dazu kommen. Die Modellphase sei zunächst auf drei Jahre angelegt. “Läuft Housing First erfolgreich, werden wir uns selbstverständlich um eine Anschlussfinanzierung und dauerhafte Verstetigung bemühen.”

Vor allem einige Städte hätten bereits Interesse bekundet, sagte Schweitzer. Allerdings sei auch Wohnraum für die Projekte notwendig. “Das Ziel ist, über die Wohnung in ein reguläres Leben zu kommen.” Dazu kämen begleitende Hilfen. Bisher stünde die Wohnung aber oft am Ende der Hilfekette, Betroffene müssten erst Schulden abbauen und etwa ihre Sucht bekämpfen. “Housing First”-Projekte in Deutschland, anderen europäischen Ländern und den USA zeigten mit Blick auf ein dauerhaftes Ende hohe Erfolgsquoten.

Mehr als 6000 Menschen in Rheinland-Pfalz sind laut Statistischem Landesamt wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht (Stand Ende September 2020). Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Schweitzer geht aber von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer aus, weil die Teilnahme der Kommunen an der Erhebung freiwillig sei. Von den gemeldeten wohnungslosen Menschen seien rund zwei Drittel Männer und ein Viertel jünger als 18 Jahre.

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