Krieg | Lawrow: Selenskyj will nicht ernsthaft verhandeln

Ukrainisches Militär: Russische Großoffensive im Donbass schreitet voran

4.30 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärs treiben die russischen Streitkräfte ihre Großoffensive im Donbass voran. “Die Besatzer beschossen mehr als 40 Städte in den Regionen Donezk und Luhansk und zerstörten oder beschädigten 47 zivile Einrichtungen, darunter 38 Häuser und eine Schule. Infolge dieses Beschusses starben fünf Zivilisten und 12 wurden verwundet”, teilen die ukrainischen Streitkräfte auf Facebook mit.Die ukrainische Armee habe zehn feindliche Angriffe abgewehrt, vier Panzer und vier Drohnen zerstört und 62 “feindliche Soldaten” getötet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, die russischen Truppen seien in einigen Teilen des Ostens “uns zahlenmäßig weit überlegen”. Die Berichte über die Kampfhandlungen konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

“Stadt Severodonetsk nicht besiegt”

2.30 Uhr: Der Verwaltungschef der Stadt Severodonetsk in der Ostukraine, Oleksandr Stryuk, berichtet von andauerndem Beschuss durch russische Truppen. “Es gibt viele Feuer in Teilen der Stadt. Und es gab Versuche, sie zu attackieren.” Mehrere Menschen seien ums Leben gekommen, darunter auch zwei freiwillige Helfer. Das Licht sei ausgegangen und auch die Kommunikationssysteme seien zum Erliegen gekommen. Dennoch sei die Stadt nicht eingenommen, noch seien ausreichend ukrainische Truppen vorhanden. “Die Straßen sind gefährlich, aber man kann die Stadt noch erreichen.”

Selenskyj: Man glaubt, Kissinger spricht 1938 in München

1.05 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger scharf kritisiert. Er weist Vorschläge scharf zurück, die Regierung in Kiew solle zur Beendigung des Krieges Russland territoriale Zugeständnisse machen. Kissinger hatte diese Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgeschlagen, die Ukraine solle Russland die 2014 annektierte Krim überlassen. “Man hat den Eindruck, dass Herr Kissinger nicht das Jahr 2022 auf seinem Kalender stehen hat, sondern das Jahr 1938, und dass er glaubt, er spreche nicht in Davos, sondern in München zu einem Publikum von damals.”1938 schlossen Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland in München einen Pakt, der Adolf Hitler Land in der damaligen Tschechoslowakei zusprach, um ihn zum Verzicht auf weitere Gebietserweiterungen zu bewegen. “Diejenigen, die der Ukraine raten, Russland etwas zu geben, diese ‘großen weltpolitischen Figuren’, sehen nie die gewöhnlichen Menschen, die gewöhnlichen Ukrainer, die Millionen, die auf dem Gebiet leben, das sie für einen illusorischen Frieden eintauschen wollen.”

Kuleba: Einige Dörfer existieren nicht mehr

0.10 Uhr: Im Ukraine-Krieg sieht die Regierung in Kiew ihre Truppen derzeit in einem “sehr schwierigen Moment an der Front”. Vor allem im Donbass im Osten des Landes tobten erbitterte Kämpfe, sagte Außenminister Dmytro Kuleba am Mittwoch beim Weltwirtschaftsforum in Davos. “Der Kampf um den Donbass ist sehr ähnlich wie die Kämpfe im Zweiten Weltkrieg.””Einige Dörfer und Städte, sie existieren einfach nicht mehr”, sagte Kuleba vor Journalisten in der Schweiz. “Sie wurden durch russisches Artilleriefeuer und russische Raketenwerfer-Systeme in Schutt und Asche gelegt.”Eine zerstörte Schule bei Smolyanynove im Osten der Ukraine. (Quelle: Alexander Reka)

Selenskyj enttäuscht von Davos-Treffen

23.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Weltgemeinschaft aufgerufen, sich eindeutiger auf die Seite seines von Russland angegriffenen Landes zu stellen. In seiner Videoansprache vom Mittwochabend zeigte er sich enttäuscht, auch von den Beratungen beim Weltwirtschaftsforum in Davos. “Egal, was der russische Staat tut, es gibt jemanden, der sagt: Lasst uns seine Interessen berücksichtigen”, sagte Selenskyj.Auch in Davos sei es so gewesen. “Und das trotz Tausender russischer Raketen, die die Ukraine treffen. Trotz Zehntausender getöteter Ukrainer. Trotz Butscha und Mariupol”. Russland tue dies mitten in Europa.

Kadyrow droht Polen

23.15 Uhr: Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hat in einem Video erklärt, dass er “an Polen interessiert sei” Seine Kämpfer könnten in Sekunden bereitstehen. Einheiten aus Tschetschenien sollen bereits auf russischer Seite im Ukraine-Krieg kämpfen, allerdings ist unklar, wieviele Soldaten tatsächlich eingesetzt sind. Lesen Sie hier mehr dazu.Ramsan Kadyrow spricht in einem Video (Archivbild): Er hat jetzt auch Polen gedroht. (Quelle: Taisiya Borshigova/imago-images-bilder)

Deutsche Bahn will Ukraine bei Getreideexporten helfen

23 Uhr: Die Deutsche Bahn(DB) will die Ukraine stärker beim Getreideexport unterstützen. “Angesichts der drohenden Hungersnot in Teilen der Welt und des enormen Bedarfs, Millionen von Tonnen ukrainisches Getreide in die Welt zu exportieren, werden wir als DB Cargo in Abstimmung mit dem Bund weitere Aufträge und Zugfahrten organisieren”, sagt DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). Zurzeit fahre DB Cargo mit Tochtergesellschaften in Polen und Rumänien mehrere Züge täglich mit Getreide an verschiedene Seehäfen. “Nun geht es darum, diese Agrarexporte auszuweiten. Ziel sind tragfähige Verbindungen bis an die Seehäfen der Nordsee und des Schwarz- und Mittelmeeres.”

150 Tote in Massengrab beigesetzt

22.30 Uhr: In der umkämpften ostukrainischen Stadt Lyssytschansk hat die örtliche Polizei mindestens 150 Menschen in einem Massengrab beerdigt. Das teilte der Gouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal mit. Die Polizei müsse in der Notsituation viele Aufgaben übernehmen, auch die von Bestattern, schrieb er.In dem Grab würden Opfer des russischen Beschusses beigesetzt und auch Menschen, die eines natürlichen Todes gestorben seien. Ein Video zeigte, wie die Leichen in weißen Säcken, jeder mit dem Namen versehen, in eine Grube geworfen wurden. Nach dem Krieg sollten die Toten ordentlich beigesetzt werden, versprach der Gouverneur.

Selenskyj für Visumspflicht für Russen

21.42 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj tritt für eine Visumspflicht für Russen bei der Einreise in die Ukraine ein. Er stellte sich am Mittwoch hinter eine entsprechende Online-Petition, die seit Februar auf knapp 27.000 Unterschriften kam. “Vor dem Hintergrund der umfassenden russischen Aggression ist die angesprochene Frage wichtig und dringend”, schrieb er. Er sehe die Notwendigkeit, die Kontrolle über die Einreise russischer Bürger auf das Territorium der Ukraine zu verstärken. Die Regierung unter Ministerpräsident Denys Schmyhal wurde mit einer Regelung beauftragt.Zwischen der Ukraine und Russland gilt grundsätzlich Visumsfreiheit. Allerdings gab es schon in den vergangenen Jahren Beschränkungen für die Einreise von Russen in die Ukraine, viele Einzelpersonen hatten Einreiseverbot. Kurz nach dem russischen Überfall verbot die Ukraine am 28. Februar generell die Einreise russischer Staatsbürger.

Klingbeil: Nie wieder Vertrauensverhältnis zu Putin

20.31 Uhr: SPD-Co-Chef Lars Klingbeil hält ein näheres Verhältnis zu Russlands Präsident Wladimir Putin in der Zukunft für unmöglich. “Es wird nie wieder ein Vertrauensverhältnis mit Putin geben”, sagt Klingbeil in einem Video-Interview mit dem “Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog”. Der russische Präsident sei verantwortlich für den Angriff auf die Ukraine und habe Kanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angelogen. Man müsse aufpassen, dass Putin nicht ein “Opfer-Narrativ” bekomme, warnt Klingbeil. Der Präsident sei Schuld am Krieg.

SPD: Nato liefert keine Panzer westlicher Bauart an Ukraine

19.50 Uhr: In der Nato gibt es nach Angaben aus der SPD eine informelle Verabredung, unabgesprochen keine schweren Kampf- oder Schützenpanzer westlicher Bauart in die Ukraine zu liefern. “Darüber wurde der Verteidigungsausschuss Mitte Mai vollumfänglich informiert”, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Hellmich, der Deutschen Presse-Agentur. Lesen Sie hier mehr dazu.

Steinmeier zu Putin: “Ziehen Sie ihre Truppen zurück

19.31 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf dem Katholikentag in Stuttgart zum sofortigen Rückzug aus der Ukraine aufgefordert. “Respektieren Sie die Souveränität der Ukraine, stellen Sie die Kampfhandlungen ein”, appellierte Steinmeier am Mittwochabend bei der Eröffnungszeremonie des Kirchenfestes. “Herr Putin, beenden Sie das Leid und die Zerstörung in der Ukraine! Ziehen Sie Ihre Truppen zurück! Und verweigern Sie nicht das direkte und ernsthafte Gespräch mit Präsident Selenskyj!”Putins Angriffskrieg treffe nicht allein die Menschen in der Ukraine. Weil Millionen Tonnen von Getreide in den ukrainischen Seehäfen blockiert würden, seien die weltweiten Getreidepreise dramatisch gestiegen. “Viele Gegenden der Welt sind in den kommenden Monaten von Hunger und Tod bedroht, vor allem im Osten und Süden Afrikas”, warnte Steinmeier. “Denn die Folgen von Putins Krieg treffen auf Staaten, die sich noch immer nicht von Corona erholt haben, und sie treffen auf Regionen, in denen wegen der Klimakrise die Böden austrocknen und unfruchtbar werden.”

Russland erhöht Sold für Soldaten in der Ukraine

19.04 Uhr: Drei Monate nach Kriegsbeginn hat Kremlchef Wladimir Putin einen höheren Wehrsold für in der Ukraine kämpfende russische Soldaten angeordnet. Putin begründete die Entscheidung am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge damit, dass die Gehälter der im Ausland stationierten Militärs an die Entwicklung des Devisenmarktes gebunden seien und der US-Dollar im Vergleich zum russischen Rubel derzeit schwächele. Wie viel mehr Sold es genau geben soll, war zunächst unklar.

Putin besucht in der Ukraine verletzte Soldaten

18.59 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat erstmals beim Militäreinsatz in der Ukraine verletzte Soldaten besucht. Bei seinem Besuch in einem Moskauer Militärkrankenhaus unterhielt sich der Staatschef mit mehreren Soldaten über ihre Heimatstädte und ihre Familiensituation, wie im russischen Fernsehen zu sehen war. Die Soldaten standen aufrecht neben ihren Betten, ihre Verletzungen waren nicht sichtbar.Putin und Soldaten: Die verletzten Männer bezeichnete der russische Präsident anschließend als Helden. (Quelle: Sputnik/Mikhail Metzel/Reuters-bilder)”Diese Menschen, die ihre Gesundheit, ihr Leben für die Bevölkerung und die Kinder im Donbass, für das Wohl Russlands riskieren, sie alle sind Helden”, sagte Putin im Anschluss bei einem Treffen mit Regierungsbeamten. Verteidigungsminister Sergej Schoigu nahm an dem Besuch drei Monate nach Beginn der russischen Offensive gegen das Nachbarland ebenfalls teil.Russland macht nur selten Angaben zur Zahl der Opfer im Ukraine-Konflikt. Die letzten Zahlen wurden am 25. März veröffentlicht. Damals gab die Armee die Zahl der getöteten Soldaten mit 1.351 an, die der Verletzten mit 3.825.

Belgorod wirft Ukraine erneuten Beschuss vor

17.16 Uhr: Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod hat der Ukraine erneuten Beschuss vorgeworfen. Im Dorf Schurawljowka sei ein junger Mann verletzt worden, schrieb Wjatscheslaw Gladkow am Mittwoch im Nachrichtendienst Telegram. Angesichts der gespannten Lage sei das gesamte Dorf eigentlich schon vor einigen Wochen evakuiert worden, schrieb der Gouverneur weiter. Warum der junge Mann sich dennoch dort aufgehalten habe, sei zunächst noch unklar.Russland hat am 24. Februar einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine begonnen und beklagte seitdem wiederholt auch Angriffe auf sein eigenes Staatsgebiet. Neben Belgorod werfen auch andere russische Regionen – darunter Kursk und Brjansk – der ukrainischen Seite immer wieder Beschuss vor. Kiew äußert sich zu den Vorwürfen in der Regel nicht.

Kuleba: Russland will Westen mit Getreide-Vorschlag erpressen

16.25 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba wirft Russland vor, die internationale Gemeinschaft mit einem neuen Vorschlag zur Lösung der Blockade der Getreideexporte zu erpressen. Russland ist nach Bericht der Nachrichtenagentur Interfax bereit, einen humanitären Korridor für Schiffe und Lebensmittel zu schaffen, wenn die EU und die USA im Gegenzug einige Sanktionen aufheben. Derzeit stecken mehr als 20 Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine fest.

Russland lockert Altersbegrenzung für Berufssoldaten

15.53 Uhr: Drei Monate nach Kriegsbeginn in der Ukraine hat Russland die bislang geltende Altersbegrenzung für Berufssoldaten gelockert. Das Parlament in Moskau stimmte am Mittwoch für ein Gesetz, dem zufolge Männer und Frauen künftig bis zu 50 Jahre alt sein dürfen, wenn sie sich vertraglich für den Dienst in der Armee verpflichten. Bislang lag die Obergrenze bei 40 Jahren. In dem Gesetz, das die Kremlpartei Geeintes Russland eingebracht hatte, heißt es zur Begründung, dass gerade für die Bedienung von Präzisionswaffen “hochprofessionelle Spezialisten” gebraucht würden, die in der Regel 40 Jahre oder älter seien.Russische Soldaten in Moskau: Die Altersgrenze für Berufssoldaten wird angehoben. (Quelle: Erik Romanenko/imago-images-bilder)Russland führt seit dem 24. Februar Krieg gegen das Nachbarland Ukraine. Weil die russischen Soldaten Beobachtern zufolge bislang deutlich schlechter vorankommen als erwartet, gibt es immer wieder Spekulationen, dass Moskau ihre Zahl aufstocken könnte. Gerüchte über eine geplante Generalmobilmachung im größten Land der Erde hat der Kreml in der Vergangenheit aber stets als “Unsinn” zurückgewiesen.

Schnellverfahren für russische Pässe in Cherson und Saporischschja

15.29 Uhr: In einem vereinfachten Verfahren sollen die Bewohner der Regionen Saporischschja und Cherson in der Südukraine russische Pässe beantragen können. Russlands Staatschef Wladimir Putin unterzeichnete einen entsprechenden Erlass am Mittwoch. Die in den Gebieten neu ernannten pro-russischen Behördenvertreter haben bereits den Wunsch geäußert, dass die Regionen an Russland angeschlossen werden.Bewerber müssen nicht in Russland gelebt haben, keine ausreichenden finanziellen Mittel nachweisen oder einen russischen Sprachtest bestehen.Ein ähnlicher Präsidialerlass gilt seit 2019 auch für die Bewohner der Separatistengebiete Luhansk und Donezk in der Ostukraine. Hunderttausende Einwohner dieser Regionen haben bereits russische Pässe erhalten.

Bundesregierung “verblüfft” wegen polnischer Kritik

14.59 Uhr: Die Bundesregierung hat die Kritik des polnischen Präsidenten an dem vorgeschlagenen Ringtausch von Panzern zurückgewiesen. “Die Bundesregierung ist verblüfft”, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch in Berlin. Man nehme die Kritik des polnischen Präsidenten zur Kenntnis, “aber das macht es nicht richtig”.Hintergrund ist ein Streit um den Vorschlag der Bundesregierung, dass die osteuropäischen EU- und Nato-Partner ihre Panzer aus sowjetischer oder russischer Bauart an die Ukraine abgeben sollen. Dafür sollen sie von Deutschland modernisierte Leopard-2-Panzer erhalten. Hebestreit wies auf Verhandlungen mit mehreren osteuropäischen Staaten hin. Es sei aber nicht versprochen worden, etwa Leopard-Panzer 2-A7 der modernsten Bauart zu liefern. Auch die Bundeswehr verfüge nur über wenige Exemplare dieser Version, weitere seien im Zulauf. Deshalb habe man etwa mit Tschechien vereinbart, modernisierte Leopard-2-Panzer als Ersatz für die alten Panzer sowjetischer Bauart zu liefern.Am Dienstag hatten die Außenminister beider Länder, Annalena Baerbock und Zbiegniew Rau, betont, man wolle die Irritationen bei dem Thema beilegen. Zuvor hatte Polens Präsident Duda der “Welt” gesagt, Deutschland habe Polen die Lieferung von Panzern versprochen, weil die Regierung in Warschau eigene Bestände in die Ukraine geliefert habe. “Sie haben dieses Versprechen nicht erfüllt, und offen gesagt: Wir sind sehr enttäuscht darüber”, hatte Duda hinzugefügt.

Ukraine: “Putin hat Krebs”

12.37 Uhr: Nur Gerüchte oder absichtlich gestreute Falschmeldungen? Über Putins Gesundheitszustand wird schon lange spekuliert. Doch so schnell wird er wohl nicht sterben, sagt der Chef des ukrainischen Geheimdienstes. Hier lesen Sie mehr.Wladimir Putin: “Er hat noch mindestens ein paar Jahre, ob uns das gefällt oder nicht”. (Quelle: Sergei Guneev/Reuters-bilder)

Ukraine fahndet nach Wagner-Söldnern wegen Kriegsverbrechen

12.31 Uhr: Im März entführten russische Soldaten die Lokalpolitikerin Olga Suchenko und ihre Familie, später wurden ihre Leichen in einem Erdloch entdeckt. Jetzt hat die Ukraine die mutmaßlichen Täter identifiziert. Hier lesen Sie mehr dazu.

Litauen liefert gepanzerte Fahrzeuge an die Ukraine

12.22 Uhr: Die Ukraine wird aus Litauen gepanzerte Fahrzeuge als Militärhilfe für den Krieg gegen Russland erhalten. Das baltische EU- und Nato-Land werde Kiew 20 gepanzerte Mannschaftstransporter vom Typ M113, zehn Militärlastwagen und zehn Minenräum-Geländefahrzeuge übergeben, teilte das litauische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Der Wert der Ausrüstung betrage etwa 15,5 Millionen Euro.Litauen hat nach eigenen Angaben der Ukraine seit dem russischen Angriff militärische Hilfe im Wert von geschätzten rund 100 Millionen Euro geleistet. Unter den gelieferten Waffen waren etwa Stinger-Flugabwehrraketen, Panzerabwehr- und Flugabwehrwaffen und Mörser.

Putin will verletzte russische Soldaten besuchen

12.17 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin will an diesem Mittwoch in einem Moskauer Krankenhaus Soldaten besuchen, die im Krieg gegen die Ukraine verletzt wurden. “Er besucht sie und unterhält sich mit ihnen”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch laut Nachrichtenagentur Interfax. Peskow wies Spekulationen zurück, dass bei dem Besuch eine neue Strategie für die Kämpfe in der Ukraine verkündet werden solle.Es gebe “keine neuen Momente und Etappen” bei der “Militäroperation”, so der Kremlsprecher. “Der Präsident interessiert sich ständig für das Thema, wie diejenigen versorgt werden, die während der militärischen Spezialoperation verletzt wurden – und er kontrolliert das auch”, sagte Peskow. In Moskau wird der Krieg gegen die Ukraine offiziell weiter nur als “militärische Spezialoperation” bezeichnet.Es ist Putins erster Besuch bei Verletzten seit Ausbruch des Kriegs Ende Februar. Die russische Seite gibt ohnehin äußerst spärliche Informationen zu den Toten und Verletzten auf eigener Seite. Letztmals hat das Verteidigungsministerium Ende März Zahlen veröffentlicht. Demnach sind in der Ukraine 1.351 russische Soldaten getötet und 3.825 verletzt worden. Kiew hingegen gibt die Zahl der getöteten Russen mit fast 30.000 an. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Baerbock warnt vor “Kriegsmüdigkeit”

11.43 Uhr: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat vor einer “Kriegsmüdigkeit” in den westlichen Staaten gewarnt. “Wir haben einen Moment der Fatigue erreicht”, sagte Baerbock in Kristiansand nach Abschluss des Ostseerats. Dennoch müssten die Sanktionen gegen Russland und die Hilfen für die Ukraine aufrechterhalten bleiben.Eine wachsende Skepsis hänge auch daran, dass der russische Angriffskrieg zu höheren Preisen bei Energie und Nahrungsmitteln führe. Dies sei aber genau die Taktik von Russlands Präsident Wladimir Putin. Daher sei es so wichtig, an der Unterstützung der Ukraine festzuhalten.

Selenskyj wirft Westen mangelnde Einheit vor – und dankt USA

11.04 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den westlichen Ländern vorgeworfen, nicht vereint an der Seite der Ukraine zu stehen. “Meine Frage ist: Herrscht in der Praxis Einheit? Ich sehe sie nicht”, sagte Selenskyj am Mittwoch während einer Diskussionsveranstaltung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Selenskyj warf insbesondere der Türkei und Ungarn vor, unsolidarisch mit seinem Land zu sein, das sich seit drei Monaten gegen einen russischen Angriffskrieg verteidigt.Selenskyj, der per Video zugeschaltet war, bedankte sich ausdrücklich bei US-Präsident Joe Biden für die Unterstützung der USA. Als europäisches Land brauche die Ukraine aber vor allem “die Unterstützung eines vereinten Europas”, sagte Selenskyj. “Wir werden einen riesigen Vorteil gegenüber Russland haben, wenn wir wirklich einig sind”, sagte er.Ausdrücklich kritisierte Selenskyj Ungarn, das seine Zustimmung zu einem EU-weiten Erdölembargo gegen Russland verweigert. “Es ist etwas nicht in Ordnung mit Ungarn!”, sagte er. Das Land sei in der Unterstützung der Ukraine “nicht so einig wie der Rest der EU”.Der Staatschef verwies zudem auf den Widerstand des Nato-Mitglieds Türkei gegen den Antrag der beiden nordischen Länder Finnland und Schweden, dem Verteidigungsbündnis beizutreten. “Herrscht Einheit zum Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands? Nein. Ist der Westen also vereint? Nein”, sagte der ukrainische Präsident.Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos: Präsident Selenskyj kritisiert den Westen. (Quelle: Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa-bilder)

Russland meldet Bombardierung von ukrainischem Motorenhersteller

10.57 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bei den schweren Luftangriffen in der Nacht auch ein ukrainisches Motorenwerk und mehrere Bahnhöfe attackiert. “Mit luft- und seegestützten Hochpräzisionsraketen wurden die Produktionshallen der Fabrik Motor Sitsch zerstört, die Flugmotoren für die ukrainischen Streitkräfte baut, darunter auch für unbemannte Drohnen”, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Mittwoch.Seinen Angaben zufolge wurde auch der Bahnhof der städtischen Siedlung Pokrowske im Gebiet Dnipropetrowsk von Raketen getroffen. Ziel hier sei ein Truppentransport von Reservisten gewesen, die auf dem Weg in die Donbass-Region waren.In Frontnähe seien mehrere Gefechtsstände und Fernmeldestellen im Raum Bachmut und ein Logistikzentrum im Raum Soledar attackiert worden, sagte Konaschenkow. Luftwaffe und Heeresflieger hätten derweil mehr als 300 ukrainische Soldaten getötet und 46 Militärfahrzeuge außer Gefecht gesetzt. Unabhängig konnten diese Angaben nicht überprüft werden.

US-Milliardär warnt: “Zivilisation wird Krieg vielleicht nicht überleben”

10.24 Uhr: Die USA lobt der Milliardär George Soros für die Unterstützung der Ukraine – für Deutschland gibt es jedoch reichlich Kritik. Besonders Altkanzlerin Merkel nimmt er ins Visier. Hier lesen Sie mehr dazu.George Soros: Der US-Milliardär kritisiert Angela Merkel für ihre Russland-Politik. (Quelle: Lisi Niesner/Reuters-bilder)

Selenskyj pocht auf direktes Gespräch mit Putin

9.02 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pocht auf ein direktes Gespräch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Beratungen über Vermittler lehnt er in einer Ansprache vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos erneut ab.Wenn Putin die Realität begreife, dann bestehe die Chance, einen diplomatischen Ausweg aus dem Konflikt zu finden. Die Führung in Moskau solle ihre Truppen zu den Linien vor Beginn ihrer Invasion der Ukraine am 24. Februar zurückziehen, fordert Selenskyj. “Das könnte ein erster Schritt in Richtung Gespräche sein.” Die Ukraine werde kämpfen, bis sie ihr gesamtes Territorium zurückgewonnen habe.

Ukraine berichtet von Kämpfen um Großstadt Sjewjerodonezk

8.42 Uhr: Im Osten der Ukraine sind die russischen Truppen nach Angaben aus Kiew zur Offensive übergegangen und führen schwere Kämpfe um die Großstadt Sjewjerodonezk. “Mit Hilfe von Artillerieunterstützung führen die russischen Okkupanten einen Angriff auf die Ortschaft Sjewjerodonezk, die Kämpfe halten an”, teilte der ukrainische Generalstab am Mittwochmorgen in seinem Lagebericht mit.Neben Sjewjerodonezk ist auch die nahe gelegene Stadt Lyman Ziel der russischen Attacken. Auch hier werde die Bodenoffensive durch Luftangriffe und Artillerie unterstützt. Daneben meldete der Generalstab Gefechte aus dem Raum Bachmut südwestlich von Sjewjerodonezk. Russische Truppen hätten die Ortschaften Komyschuwacha, Jakowliwka und Troitzke angegriffen, sich aber nach Verlusten wieder zurückgezogen. Im Raum Awdijiwka gebe es ununterbrochenes Artilleriefeuer auf die Stellungen der Verteidiger.An anderen Frontabschnitten war es dem Lagebericht nach ruhiger. So gab es nördlich von Charkiw lediglich vereinzelte Gefechte um die Ortschaft Ternowo. Im Raum Slowjansk, das als strategisches Ziel der Russen gilt, wurden nur wenige erfolglose Angriffsversuche unternommen. Im Süden der Ukraine gibt es keine größeren Kämpfe.

EU: Oligarchen haben zehn Milliarden Euro verloren

4.45 Uhr: Sie sollen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützen: Deshalb wurde zahlreichen Oligarchen der Zugang zu ihrem Vermögen verwehrt. Die EU will das Geld für den Wiederaufbau nutzen. Lesen Sie hier mehr dazu.Die Jacht eines russischen Oligarchen in Kroatien: Die EU hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs etliche russische Oligarchen auf die Sanktionsliste gesetzt. (Quelle: Pixsell/imago-images-bilder)

Militär: 190 russische Soldaten getötet

4 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärkommandos Ost sind am Dienstag mindestens 190 russische Soldaten getötet worden. Außerdem habe man 19 Fahrzeuge und andere Militärausrüstung zerstört. Russland habe drei Angriffe durchgeführt. Ein ukrainischer Schlag sei gegen ein Lagerhaus geführt worden, in dem sich 180 Soldaten aufgehalten haben sollen. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. Über eigene Verluste sagte das ukrainische Militär nichts.

Caesar-Haubitzen bereits im Einsatz

2.55 Uhr: Der Generalstab der Ukraine meldet, dass französische Haubitzen des Typs Caesar bereits an der Front eingesetzt werden. “Unsere Soldaten haben schnell die Bedienung gelernt – in zwei bis drei Stunden.” Die Waffen haben je nach Munition und Ausstattung eine Reichweite von mindestens 20 Kilometer.

Selenskyj: Schwere Waffen sichern Stabilität

2.30 Uhr: In seiner abendlichen Ansprache hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Staaten, die Waffen geliefert haben, gedankt. Gleichzeitig forderte er weitere Unterstützung. “Daher ist die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine – MLRS (Raketenabwehssysteme), Panzer, Schiffsabwehr- und andere Waffen – die beste Investition, um die Stabilität in der Welt aufrechtzuerhalten und viele schwere Krisen zu verhindern, die Russland noch plant oder bereits provoziert hat”, sagte er.Wolodymyr Selenskyj spricht bei einer Veranstaltung (Archivbild); Er fordert weitere schwere Waffen für sein Land. (Quelle: Sarsenov Daniiar//imago-images-bilder)

Ukraine fordert Krim zurück

1.45 Uhr: In einem Interview mit dem japanischen Sender NHK hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigt, dass auch die Krim Teil seines Landes sei. “Für alle Ukrainer bedeutet der Sieg, Territorium zurückzugewinnen. Es ist sicher, dass wir unser gesamtes Territorium sowohl in der Donbass-Region als auch auf der Halbinsel Krim zurückgewinnen müssen.” Bevor er sich an den Verhandlungstisch setze, müsste der Status von vor dem 24. Februar wieder hergestellt werden.

Knapp 20.000 Kriegsverbrechen angezeigt

0.30 Uhr: In den drei Monaten des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind nach Kiewer Angaben etwa 20.000 mutmaßliche Kriegsverbrechen angezeigt worden. Allein 13.500 solcher Taten hätten die Ermittler der Polizei registriert, sagte Innenminister Denys Monastyrskyj am Dienstag im ukrainischen Fernsehen.”Wir arbeiten mit ausländischen Staatsanwälten, gemeinsamen Ermittlungsteams und Experten zusammen, aber die meiste Arbeit wird von ukrainischen Strafverfolgungsbeamten geleistet.” Ihr Beweismaterial solle später an internationale Gremien übermittelt werden, um mutmaßliche russische Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen, sagte der Minister.

Selenskyj berichtet von schwieriger Lage im Donbass

0.10 Uhr: Die ukrainischen Truppen im Donbass sind nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts schwerer russischer Angriffe in einer schwierigen Lage. “In diesen Angriff wirft die russische Armee alle Kräfte, die sie noch hat”, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache am Dienstag. Er zählte die Städte Lyman, Popasna, Sjewjerodonezk und Slowjansk im Osten des Landes auf. “Die Besatzer wollen dort alles zerstören.” Es werde großer Anstrengungen des ukrainischen Volkes bedürfen, um die russische Überlegenheit an Rüstung und Technik zu überwinden.

Für Evakuierungen: Russland will Offensive bremsen

23.30 Uhr: Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigt an, Russland werde freiwillig seine Offensive bremsen, damit Zivilisten aus umzingelten Orten evakuiert werden könnten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die Ankündigung als pathetische Lüge.Ein russischer Panzer in Luhansk (Archivbild): Angeblich soll die Offensive verlangsamt werden, um Dörfer zu evakuieren. (Quelle: Alexander Garmayev/imago-images-bilder)

Aus Mariupol: Russland kündigt sichere Seepassage an

21.44 Uhr: Russland will nach Militärangaben ab Mittwoch eine sichere Seepassage aus der eroberten ukrainischen Hafenstadt Mariupol in Richtung Schwarzes Meer einrichten. Die von Minen geräumte Strecke durch das Asowsche Meer sei 115 Seemeilen (213 Kilometer) lang und 2 Seemeilen breit und ab 8.00 Uhr Ortszeit (7 MESZ) befahrbar. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstagabend mit.Zugleich werde die beschädigte Hafeninfrastruktur von Mariupol instandgesetzt. Die letzten ukrainischen Verteidiger der Stadt hatten Ende vergangener Woche die Waffen gestreckt, Mariupol selbst ist weitgehend zerstört.In den von der Ukraine kontrollierten Häfen an der Schwarzmeer-Küste sitzen nach russischen Angaben noch etwa 70 ausländische Schiffe aus 16 Ländern fest. Die russische Marine werde auch dort an der Küste einen täglichen sicheren Korridor einrichten, hieß es. Es bleibe aber für Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres eine Restgefahr durch treibende ukrainische Minen, die sich losgerissen hätten. Nach ukrainischen Angaben geht die Gefahr von der russischen Marine und deren Minen aus. Westliche Länder fordern von Moskau, sichere Getreideexporte der Ukraine über den Hafen Odessa zu ermöglichen.

Bericht: Pensionierter russischer General von Rakete getötet

21.10 Uhr: In der Ukraine soll ein weiterer russischer Generalmajor getötet worden sein. Das berichtet die “BBC” und beruft sich dabei auf mehrere Untergebene des Generals. Dabei soll es sich um Kanamat Botaschew handeln. Demnach soll Botaschew am vergangenen Sonntag im Luftraum über Luhansk abgeschossen worden sein, als er einen SU-25-Kampfjet flog. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Tod des 63-Jährigen bisher nicht. Lesen Sie hier mehr dazu.Ein bereits pensionierter russischer General soll angeblich getötet worden sein, als er einen Su-25-Kampfjet flog. (Symbolfoto) (Quelle: imago-images-bilder)

Orban ruft Ausnahmezustand aus

20.43 Uhr: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban verhängt wegen des Kriegs in der benachbarten Ukraine den Notstand in seinem Land. Die Regelung tritt am Mittwoch 00.00 Uhr MESZ in Kraft, teilte der rechtsnationale Politiker in einem Video auf seiner Facebook-Seite mit. Der Notstand erlaubt es Orban, geltende Gesetze aufzuheben und Zwangsmaßnahmen auf dem Verordnungsweg zu treffen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Gouverneur: Russen haben drei Ortschaften eingenommen

20.41 Uhr: Russische Einheiten haben nach Angaben des ukrainischen regionalen Gouverneurs Pawlo Kyrylenko drei Ortschaften im Bezirk Donezk eingenommen. Darunter befände sich auch die Stadt Switlodarsk, sagt er dem Sender Radio Free Europe. Switlodarsk liegt 80 Kilometer südwestlich von Sjewjerodonezk, einem Schwerpunkt der russischen Angriffe in den vergangenen Tagen.

Schoigu: Gehen von längerem Einsatz aus

15.14 Uhr: Die Spitzen des russischen Verteidigungsministeriums und des mächtigen Sicherheitsrates haben am Dienstag deutlich gemacht, dass der russische Militäreinsatz in der Ukraine länger dauern werde. “Wir setzen die militärische Spezialoperation fort bis zur Realisierung aller Ziele, unabhängig von der enormen westlichen Hilfe für das Regime in Kiew und von dem beispiellosen Sanktionsdruck”, sagte Verteidigungsminister Sergei Schoigu bei einer Videokonferenz mit Amtskollegen aus Staaten der früheren Sowjetunion.Sergei Schoigu: Der 67-Jährige leitet das Verteidigungsministerium in Russland. (Quelle: imago-images-bilder)Kurz zuvor hatte der Sekretär des mächtigen Nationalen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, in einem seiner seltenen Interviews gesagt, dass der russische Militäreinsatz in der Ukraine so lange dauern werde wie nötig. Der Zeitung “Argumenty i Fakty” sagte er, die von Kreml-Chef Wladimir Putin festgelegten Ziele würden erfüllt. Es gehe nicht um Verzögerungen. Schoigu betonte, das russische Bemühen, zivile Opfer zu vermeiden, “verlangsamt natürlich das Tempo der Offensive, aber das ist beabsichtigt”.Der russische Militäreinsatz in der Ukraine läuft schon seit drei Monaten. Angesichts des heftigen ukrainischen Widerstandes konnten die russischen Truppen bisher aber weniger schnell vorrücken als erwartet. Der Kreml hat die “Entnazifizierung” der Ukraine und die Sicherung der mehrheitlich russischsprachigen Gebiete im Osten der Ukraine als Ziele des Militäreinsatzes ausgegeben.

EU beschließt Finanzierung für weitere Waffenlieferungen

15.06 Uhr: Die EU hat die Finanzmittel zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte auf zwei Milliarden Euro aufgestockt. Wie der Rat der Mitgliedstaaten am Dienstag in Brüssel mitteilte, wurde dazu der noch ausstehende Beschluss gefasst. Die politische Einigung auf weitere 500 Millionen gab es bereits Mitte des Monats bei einem Treffen der EU-Außenminister.Von dem zusätzlichen Geld sollen 490 Millionen für Waffen und Munition sowie zehn Millionen für Dinge wie Schutzausrüstung, Erste-Hilfe-Kits und Treibstoff ausgegeben werden. Als konkrete Beispiele für geplante Waffenlieferungen hatte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell jüngst Artilleriegeschütze und Panzerfahrzeuge genannt.Die Finanzmittel kommen aus der sogenannten Europäischen Friedensfazilität – ein neues Finanzierungsinstrument der EU, das genutzt werden kann, um Streitkräfte in Partnerländern zu stärken. Für 2021 bis 2027 ist sie mit fünf Milliarden Euro ausgestattet. Deutschland finanziert nach Angaben von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) rund ein Viertel. Ein erstes Paket über 500 Millionen Euro war bereits Ende Februar bewilligt worden, zwei weitere folgten im März und April. Borrell machte am Dienstag deutlich, dass die aktuelle Mittelaufstockung nicht die letzte gewesen sein dürfte.

Duda: Deutschland begeht Wortbruch

14.42 Uhr: Polens Präsident Andrzej Duda hat der Bundesregierung Wortbruch bei einer versprochenen Lieferung von Panzern an sein Land vorgeworfen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Moskau will Altersgrenze für Militärdienst aufheben

13.52 Uhr: Russland bereitet die Aufhebung der Altersgrenze für den Militärdienst vor. Das geht aus der Tagesordnung der Moskauer Duma, des russischen Unterhauses, für Mittwoch hervor. Entsprechend den Erläuterungen zu der Gesetzesvorlage können sich nach den bisherigen Bestimmungen nur russische Bürger zwischen 18 und 40 Jahren bei der Armee verpflichten, für Ausländer gilt eine Zeitspanne zwischen 18 und 30 Jahren.Es sei jedoch für den Einsatz von Waffen “mit hoher Präzision” wichtig, “hoch spezialisierte Fachkräfte” zur Armee zu holen, heißt es in den Erläuterungen weiter. Dabei ist offenbar daran gedacht, die Altersgrenze aufzuheben. Durch diese Maßnahme sollen Spezialisten in den Bereichen medizinische Unterstützung, Ingenieurswesen und Kommunikation gewonnen werden.Bei ihrer Offensive in der Ukraine hat die russische Armee schwere materielle und menschliche Verluste zu verzeichnen, auch wenn diese von Moskau nie beziffert wurden. Im April startete Russland den Frühjahrs-Aufruf, dessen Ziel es ist, rund 134.500 junge Leute einzuziehen. Die Behörden erklärten allerdings, die Rekruten würden nicht an die Front beordert.

Nawalny greift Putin verbal an: “Dummer Krieg”

13.10 Uhr: Der russische Kremlkritiker Alexej Nawalny hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor einem Gericht in Moskau scharf kritisiert, berichtet der “Spiegel”. “Das ist ein dummer Krieg, den euer Putin angefangen hat”, sagte Nawalny demnach, zugeschaltet aus dem Straflager, in dem er inhaftiert ist. Obwohl ihn der Richter mehrmals unterbrochen habe, fuhr der Kremlkritiker fort: “Der Krieg basiert auf Lügen.” Und: “Ein Verrückter hat sich in die Ukraine verkrallt und ich weiß nicht, was er damit will – dieser wahnsinnige Dieb.” Das Gericht wies Nawalnys Antrag auf Revision später zurück. Seine neunjährige Haftstrafe sei rechtens. Alexej Nawalny: “Der Krieg basiert auf Lügen.” (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)

Mit diesen Problemen hat die ukrainische Armee zu kämpfen

13.08 Uhr: Der ukrainische Präsident Selenskyj berichtet von hohen Verlusten in der Ostukraine – deshalb dürfen Männer im wehrpflichtigen Alter auch weiterhin nicht ausreisen. Wie ist es um die ukrainische Armee bestellt? Lesen Sie den Text dazu hier.Ein ukrainischer Soldat: Die Motivation der Streitkräfte ist weiterhin hoch. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Türkei spricht am Mittwoch mit Finnland und Schweden

13.06 Uhr: Die Türkei will am Mittwoch mit Finnland und Schweden über die Nato-Aufnahme der beiden nordeuropäischen Länder sprechen. Das Treffen der Delegationen finde in Ankara statt, teilt das türkische Außenministerium mit. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte Vorbehalte gegen die Beitritte geäußert.

Stoltenberg: “Müssen uns für Sicherheit entscheiden, nicht für Verletzlichkeit”

12.08 Uhr: Die Türkei hegt Zweifel an der geplanten Nato-Erweiterung. Beim Weltwirtschaftsforum hat Jens Stoltenberg dem Land Loyalität zugesichert. Der Generalsekretär betonte die Wichtigkeit des Bündnispartners. Lesen Sie hier mehr dazu.Jens Stoltenberg: Der Nato-Generalsekretär spricht beim WEF über den Ukraine-Krieg. (Quelle: Arnd Wiegmann/Reuters-bilder)

Von der Leyen: “Ukraine ist Teil der europäischen Familie”

12.05 Uhr: Das Weltwirtschaftsforum in Davos hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen noch einmal zum Anlass genommen, um über den Ukraine-Krieg zu sprechen. Dabei ging sie auch auf den Wiederaufbau ein. Hier lesen Sie mehr dazu.

Ukraine setzt westliche Artillerie im Kampf ein

10.43 Uhr: Die ukrainischen Truppen setzen in ihrem Kampf gegen die russischen Streitkräfte nach Angaben eines Armeesprechers “erfolgreich” neu gelieferte Artilleriesysteme aus dem Westen ein. Nachdem die Ukraine zunächst eigene Haubitzen aus Sowjetzeiten eingesetzt habe, könne sie seit einigen Wochen moderne Artilleriesysteme verbündeter Nationen an der Front einsetzen, darunter von den USA gelieferte Haubitzen vom Typ M777, sagte der Armeesprecher Dmytro Pletentschuk kürzlich der Nachrichtenagentur AFP.Diese hätten sich im Kampf bereits als sehr hilfreich erwiesen, sagte er. “Für die Ukrainer, die mit der M777 schießen, ist es wie eine Umstellung von einer Dampflok auf ein E-Auto”, sagte Pletentschuk, der der Militärverwaltung der Region Mykolajiw angehört. Zu den Einsatzorten der Waffen äußerte er sich nicht.”Diese Systeme werden bereits von den ukrainischen Streitkräften eingesetzt, und sie werden sehr erfolgreich eingesetzt”, sagte er. “Unsere Feinde sind sehr traurig darüber, genauso über die hohe Effektivität dieser Artillerie.”So wie die Gefechte im Osten des Landes hätten sich die Kämpfe im Süden zwischen dem ukrainisch kontrollierten Mykolajiw und russischen Truppen im Osten der Hafenstadt überwiegend zu brutalen, weiträumigen Artillerie-Duellen entwickelt, sagte der Armeesprecher weiter. “Tag und Nacht” gebe es Sperrfeuer von beiden Seiten.

Großbritannien: Russland macht Fortschritte im Donbass

9.45 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste hat Russland bei seiner Offensive in der Ostukraine einige lokale Fortschritte gemacht. Moskau habe die Intensität seiner Aktivitäten im Donbass deutlich verstärkt und versuche dort, mehrere Städte zu umzingeln, hieß es am Dienstagmorgen in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums.Allerdings sei dies nur ein Teil von Russlands Mission, die gesamte Donbass-Region unter seine Kontrolle zu bringen. Der ukrainische Widerstand sei stark. Sollte sich die Frontlinie im Donbass weiter nach Westen verschieben, werde dies mutmaßlich weitere logistische Schwierigkeiten für die Russen mit sich bringen, so die britischen Geheimdienste.Derweil hat Russland nach eigenen Angaben bei Angriffen im Donbass ein ukrainisches Waffenlager getroffen. Dieses werde genutzt, um Artilleriegranaten für Haubitzen des Typs M777 aus amerikanischer Produktion zu lagern, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.Russische Soldaten im Donbass: London zufolge macht die Armee dort Fortschritte. (Quelle: Itar-Tass/imago-images-bilder)

Briten planen Schutzkorridor für Getreideexport aus Ukraine

9 Uhr: Die Ukraine ist einer der wichtigsten Getreideproduzenten weltweit. Durch die russische Blockade der Schwarzmeerhäfen sind Exporte seit Kriegsbeginn unmöglich. Eine “Koalition der Willigen” könnte Abhilfe schaffen. Lesen Sie hier mehr dazu.Zerstörung in Odessa: Die russische Armee hat die Hafenstadt massiv angegriffen. (Quelle: imago-images-bilder)

Ukraine: Hauptziel in Mariupol erreicht

7.27 Uhr: Trotz des Falls der Hafenstadt Mariupol sieht ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers das militärische Hauptziel dort als erreicht an. “Das Hauptziel wurde erreicht in Mariupol. Es war, die russischen Gruppierungen zurückzuhalten, (…) mehr als 20.000 russische Soldaten. Und das wurde möglich gemacht Dank der Heldentaten der Verteidiger von Mariupol und der Verteidiger, die später in Azovstal waren”, sagte Jurij Sak am Dienstag im ARD-“Morgenmagazin”. Dadurch hätten die russischen Truppen keine anderen Gebiete im Osten der Ukraine erobern können.Die Soldaten von Asowstal hätten den Ukrainern Zeit gegeben, sich neu zu gruppieren und mehr Militärhilfe von ihren internationalen Partnern zu erhalten. “Aus dieser Perspektive wurde das Ziel erreicht”, so Sak. Die letzten ukrainischen Kämpfer im Asow-Stahlwerk in Mariupol hatten sich in der vergangenen Woche ergeben.Die Ukraine werde den Krieg als gewonnen ansehen, wenn sich die russischen Truppen an die Grenzen zurückzögen, die vor dem 24. Februar gültig waren, sagte Sak. “Dieser Aggressionskrieg gegen die Ukraine hat natürlich 2014 angefangen, als Russland die Halbinsel Krim annektiert hat”, so der Berater weiter. Eine Rückgabe der Krim müsse daher auch Teil von Verhandlungen sein. Das Hauptziel sei zunächst jedoch, das Gebiet zu befreien. “Der Rest der Ziele kann dann diplomatisch verhandelt werden.”

Kiew fordert mehr Hilfe – die Nacht im Überblick

Russische Soldaten bewachen ein Gelände, welches von ausländischen Journalisten besucht wird. Die Region Cherson steht seit den ersten Tagen der russischen Militäraktion in der Ukraine unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte. (Quelle: ap-bilder)

Prorussische Behörden wollen Militärstützpunkt in Cherson

4.46 Uhr: Die prorussischen Behörden in der besetzten Region Cherson dringen nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA auf einen Militärstützpunkt.”Es sollte einen russischen Militärstützpunkt in der Region Cherson geben”, zitiert RIA den stellvertretenden Leiter der “zivil-militärischen Regionalverwaltung”, Kirill Stremousow. “Die gesamte Bevölkerung will das. Das ist wichtig und wird ein Garant für die Sicherheit der Region und ihrer Bewohner sein.”

Biden bezeichnet Ukraine-Krise als globales Problem

4.36 Uhr: US-Präsident Joe Biden sieht die Krise in der Ukraine als globales Problem. “Dies ist mehr als nur ein europäisches Problem. Es ist ein globales Problem”, sagt Biden bei dem Gipfeltreffen der USA, Japan, Australien und Indien in Tokio.Seine Regierung werde mit seinen Partnern für eine freie und offene indo-pazifische Region eintreten. “Russlands Angriff auf die Ukraine erhöht nur die Bedeutung dieser Ziele der grundlegenden Prinzipien der internationalen Ordnung, der territorialen Integrität und der Souveränität.”

Selenskyj will Gefangene aus Stahlwerk in Mariupol austauschen

23.50 Uhr: Die in der Hafenstadt Mariupol gefangen genommenen ukrainischen Soldaten sollen nach dem Willen von Präsident Wolodymyr Selenskyj ausgetauscht werden. “Wir müssen sie austauschen”, sagte Selenskyj der ukrainischen Agentur Interfax zufolge bei einer Videoschalte ins ukrainische Haus im schweizerischen Davos, wo derzeit das Weltwirtschaftsforum stattfindet. Der Austausch sei eine politische Entscheidung, die von der Unterstützung vieler Staaten abhänge. Alle UN-Mitglieder – insbesondere die, die mit solchen Angelegenheiten Erfahrung hätten – sollten sich einschalten.

Raketen zerstören Bahngleise im Osten der Ukraine

23.20 Uhr: Durch russische Raketenangriffe im Osten der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben am Montag Infrastruktur der Eisenbahn zerstört worden. Bei vier Raketeneinschlägen im Gebiet Dnipropetrowsk seien Gleise sowie die Oberleitungen schwer beschädigt worden, teilte Gouverneur Walentyn Resnitschenko auf seinem Telegram-Kanal mit.Verletzt wurde demnach niemand. Wann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden könne, sei noch nicht bekannt. Der russische Angriffskrieg auf das Nachbarland dauert inzwischen schon drei Monate.

Selenskyj fordert nach drei Monaten Krieg mehr Waffen

23 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach drei Monaten Krieg vom Westen moderne Raketenabwehrwaffen und Kampfflugzeuge gegen russische Angriffen gefordert. Viele Menschen wären “nicht gestorben, wenn wir alle Waffen erhalten hätten, um die wir bitten”, sagte Selenskyj am Montagabend in einer neuen Videobotschaft. Sein Land sei seit Kriegsbeginn am 24. Februar Ziel von 3.000 Luftangriffen und annähernd 1.500 Raketenangriffen gewesen. Die große Mehrheit der Angriffe habe zivilen Objekten gegolten.Alle Partner der Ukraine seien sich einig, dass der Kampf seines Landes gegen Russland dem “Schutz der gemeinsamen Werte aller Länder in der freien Welt” diene, sagte Selenskyj weiter. Deshalb habe sein Land ein Recht auf Waffenhilfe. Im Osten der Ukraine, wo die russische Armee ihre Aktivitäten konzentriert habe, bleibe die Lage schwierig. Er erwarte nicht, dass Russland die besetzten Gebiete in der Region Charkiw und anderen Regionen aufgeben werde. “Die kommenden Kriegswochen werden schwierig”, fügte er hinzu.

Habeck: EU und USA wollen Ölpreis-Obergrenze durchsetzen

22.50 Uhr: Die Europäische Union und die USA wollen nach Angaben von Wirtschaftsminister Robert Habeck eine Obergrenze für Ölpreise durchsetzen. Der Grünen-Politiker verwies am Montagabend im ZDF-heute journal auf den Ölpreis-Anstieg infolge der Debatte über das geplante Embargo gegen Öl aus Russland. “Putin hat also in den letzten Wochen weniger Öl verkauft und mehr Einnahmen gehabt”, folgerte Habeck. Das aber sollte vermieden werden, zumal weltweit hohe Ölpreise der Wirtschaft zu schaffen machten. “Da ist die Idee, dass man sich abspricht und sagt, wir zahlen hier nicht mehr jeden Preis.” Dies würde aber nur funktionieren, wenn sehr viele Länder mitmachen würden. “Die europäische Kommission und die USA arbeiten genau an diesem Vorschlag”, sagte Habeck weiter.Habeck zeigte sich zuversichtlich, dass sich die EU in Kürze auf ein Ölembargo gegen Russland einigen wird. “Ich denke, innerhalb von wenigen Tagen werden wir einen Durchbruch erzielen.” EU-Diplomaten gehen davon aus, dass beim EU-Gipfel Ende Mai eine Entscheidung über das Embargo fallen wird. Bis dahin sollen die EU-Botschafter einen Kompromiss aushandeln. Dieser könnte darin bestehen, dass Ungarn, der Slowakei und Tschechien eine längere Übergangsperiode bis zur vollen Umsetzung der Sanktionen eingeräumt werden. Ungarn fordert Millionen-Beträge der EU, um die Folgen eines Ölembargos zu kompensieren. Die Sanktionen müssen von allen 27 EU-Mitgliedern einstimmig beschlossen werden.

Lawrow sagt bessere Wirtschaftsbeziehungen zu China voraus

22.40 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagt eine schnelle Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und seinem Land voraus. Grund sei dass der Westen “die Haltung eines Diktators” angenommen habe, sagt er. Wenn der Westen Vorschläge zur Wiederaufnahme der Beziehungen machen wolle, werde seine Regierung überlegen, ob man dies brauche.Ein zerstörtes Haus in der Donezk-Region: Die Angriffe Russlands haben sich im Osten wieder verstärkt. (Quelle: Anna Kudriavtseva/Reuters-bilder)

Selenskyj: Verhandlungen nur mit Putin und nur über Kriegsende

22.17 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj würde sich mit seinem Amtskollegen Wladimir Putin als einzigen russischen Vertreter treffen. Dabei würde es auch nur ein einziges Thema geben, das Ende des Krieges, sagt Selenskyj per Videoschalte vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Angesichts des russischen Vorgehens gegen Zivilisten in den besetzten Teilen der Ukraine werde es jedoch immer schwieriger, irgendwie geartete Gespräche zu organisieren.

Dänemark liefert wohl Anti-Schiffs-Rakete Harpoon an Ukraine

19.45 Uhr: Dänemark wird nach US-Angaben der Ukraine Anti-Schiffs-Raketen des Typs Harpoon liefern. Damit könnten die Küsten verteidigt werden, erklärte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Montag. Die Lieferungen gehöre zur einer Reihe von neuen Hilfspaketen, die etwa 20 Staaten bei einer virtuellen Konferenz zugesagt hätten. Dazu gehörten auch Italien, Griechenland, Norwegen und Polen.Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge könnte die Ukraine mit der vom US-Konzern Boeing hergestellte Harpoon mit einer Reichweite bis zu 300 Kilometern die Blockade ihrer Häfen brechen. Diese Blockade beeinträchtigt etwa ukrainische Getreidelieferungen für den Weltmarkt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Portugal im April um die Lieferung von Harpoon-Raketen gebeten. Auch die Bundeswehr verfügt über das System.”Harpoon”-Rakete wird von einem Schiff abgefeuert (Archivbild): Die Flugkörper haben eine Reichweite von 300 Kilometern. (Quelle: UPI Photo/imago-images-bilder)

Litauen zieht Botschafter aus Russland zum 1. Juni ab

18.26 Uhr: Litauen beruft zum 1. Juni seinen Botschafter aus Russland ab, ohne dass ein Nachfolger benannt worden ist. Das geht aus einem Präsidialdekret hervor. Das baltische Land verwies den russischen Botschafter am 4. April des Landes.

Russischer UN-Diplomat tritt aus Protest gegen Invasion zurück

17.51 Uhr: Während in Russland Zensur und Propaganda Kritik im Keim ersticken, hat in Genf ein russischer UN-Diplomat sein Amt hingeworfen. Er findet deutliche Worte zum Angriffskrieg des Kremls. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ukraine fordert sicheres Geleit für Getreide-Exporte

16.18 Uhr: Die Ukraine fordert von der internationalen Staatengemeinschaft sicheres Geleit für den Export von Getreide, das vor allem im Hafen von Odessa blockiert ist. “Es würde uns fünf, sechs, sieben Jahre kosten, all das Getreide über Straße oder Schiene zu transportieren”, zitiert die BBC die urkainische Wirtschaftsministerin Julia Swyrydenko.”Deshalb ist es jetzt so wichtig für uns, die Häfen freizubekommen.” Die russische Marine blockiert alle Zugänge zu den ukrainischen Häfen. Deswegen ausbleibende Exporte von Getreide heizen Hungersnöte in Nordafrika und dem Nahen Osten bereits zusätzlich an.

So können Sie für die Ukraine spenden

Angesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier finden Sie eine Auswahl an Hilfsorganisationen.Ältere Nachrichten lesen Sie hier, in dem vorherigen Newsblog zum Ukraine-Krieg.

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